Registrierkassenpflicht - ein Motivationsversuch - Kolumne im Overhead von Peter Strassl

Registrierkassenpflicht - ein Motivationsversuch - Kolumne im Overhead von Peter Strassl

23. Mai 2016

Ein Thema, das u.a. auch unsere Branche momentan bewegt und auch in näherer Zukunft noch von Bedeutung sein wird, ist die ab heuer geltende Registrierkassenpflicht. Die Negativstimmen über die vom Finanzministerium getroffenen Maßnahmen sind derzeit in der Öffentlichkeit nicht zu überhören. Dies entspricht nicht unbedingt meiner persönlichen Meinung. Auch wenn so manche Kritik am System durchaus berechtigt ist, versuche ich das große Ganze zu sehen und der Situation einen positiven Aspekt abzugewinnen. Glaubt man ExpertInnen, dann ist der systematische Umsatzsteuerbetrug vor allem in der Gastronomie gang und gäbe. Die Strafen können bis zu 5.000,- Euro betragen. Ohne Kassenpflicht konnten sich bisher Unternehmen "über Wasser halten", die sonst nicht lebensfähig gewesen wären. Meine Überlegungen zu einem Motivationsversuch in Punkto Registrierkassenpflicht führen mich jedoch weg von den Problemen der Unternehmer, hin zur korrekten Bezahlung von MitarbeiterInnen. Es ist kein Geheimnis, dass viele kleine "Einzelsalons" ihre/n MitarbeiterInnen offiziell weniger bezahlen, eben nur entsprechend dem Kollektivvertrag, und inoffiziell der restliche Betrag schwarz entlohnt wird. Auch die zeitliche Minderanmeldung, sprich MitarbeiterInnen werden für weniger Stunden angemeldet als ihre tatsächliche Leistung darstellt, spielt hier herein. Die tatsächliche Arbeitszeit wird „schwarz“ entgolten und wurde selbstverständlich auch „schwarz“ kassiert. Folglich zahlen diese Unternehmen weniger ins Sozialsystem ein und besagte MitarbeiterInnen erhalten dadurch geringeres Urlaubs- bzw. Krankenentgelt sowie in weiterer Folge eine geringere Pension. Fairnesshalber sei an dieser Stelle erwähnt, dass MitarbeiterInnen sich diese „Steuerbegünstigungen“ nicht erlauben können, da die Steuer natürlich sofort vom Gehalt abgezogen wird. Eine Verantwortungslosigkeit MitarbeiterInnen und dem Sozialsystem gegenüber, der u.a. durch die Registrierkassenpflicht entgegen gewirkt wird. Vielleicht beschleunigt mein kleiner Motivationsversuch die Akzeptanz der ungeliebten Registrierkasse und bietet eine positive Perspektive. Einen Versuch ist es alle Mal wert.

Peter Strassl, Geschäftsführer und Trendexperte